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Der Südtiroler Apfel

Apfelgeschichte(n)

„An apple a day keeps the doctor away“ – ein Apfel am Tag hält den Doktor fern, besagt ein altes englisches Sprichwort und weist somit auf die gesunden Eigenschaften dieser Frucht hin, die den Organismus mit viel Vitamin C und Mineralstoffen versorgt. Äpfel sind echte Fitmacher und ein unwiderstehlicher Pausensnack.

Als unwiderstehlich erwies sich der Apfel auch schon, als Eva ihren Adam mit der knackigen Paradiesfrucht verführte. Die kleine Schwäche für das süße Obst blieb der Menschheit bis heute erhalten. Mit der Vertreibung aus dem Paradies fand die Faszination des Apfels aber ein vorläufiges Ende.
Die Wiege des „malus domestica“ stand wahrscheinlich zwischen Euphrat und Tigris, genauere Dokumentationen darüber gibt es aber nicht. Im 3. Jahrtausend v. Chr. dürften die Pharaonen den Apfel jedoch nachweislich als Proviant mit in ihre Pyramiden genommen haben.


Vom Holzapfel zum Tafelobst

In Europa gab es bis um 1800 v. Chr. nur den ungenießbaren wild wachsenden Holzapfel. Die Menschen begannen schließlich, ihn zu veredeln, und bereits um 75 n. Chr. war der Apfel für die Römer ein edles Tafelobst, von dem es mittlerweile auch schon einige Sorten gab. Den Römern haben wir außerdem das „Pfropfen“ zu verdanken, eine Technik, die mit dem modernen Klonen vergleichbar ist.
Erstmals urkundlich erwähnt wird der Obstanbau ca. 800 n. Chr. zur Zeit Karls des Großen. Anfangs besaßen lediglich die Klöster weitläufige Obstgärten, doch schon im 13. Jahrhundert standen die Bäumchen und Bäume auch rund um Burgen und Siedlungen.
In Südtirol ernteten die Obstbauern bereits im 15. Jahrhundert genug Obst, um mit den Nachbarn ins Geschäft zu kommen. Als im Jahre 1406 die Grafen von Tirol ihre Residenz von Schloss Tirol bei Meran nach Innsbruck verlegten, setzte neben dem Weinexport auch ein bescheidener Obstexport über den Brenner ein. Mit Pferden und Karren gelangte das Obst nach Innsbruck und von dort über den Inn und die Donau bis nach Wien, wo, wie die Chronik berichtet, „Mädchen in schmucker Tracht das Obst an wohlhabende Bürger und Adelige verkauften.“ Der Apfel war damals ein relativ teures Genussmittel.


Aufschwung durch den Apfel

Bis zum 19. Jahrhundert herrschten in Südtirol die Viehwirtschaft und der Ackerbau vor. Landwirtschaftlich genutzt werden konnten damals nur die Hügel und Hanglagen, da die Tallagen vor allem im Etschtal häufig noch Sumpf- und Moorgebiet waren. Nach der Entsumpfung weiter Talböden zwischen Meran und Salurn setzte schließlich der Aufschwung im Obstbau ein. Später gesellte sich auch das Eisacktal bis zur Anbaugrenze um Natz-Schabs dazu.
Mit der Eröffnung der k.u.k.-Landwirtschaftsschule in San Michele an der Etsch im Jahre 1874 ergab sich für viele Bauernsöhne die Möglichkeit der fachlichen Ausbildung. Der Großteil der Praktiker besuchte jedoch die einjährige Landwirtschaftsschule für Obst- und Weinbau, die bis 1961 ihren Sitz im Kloster Muri Gries in Bozen hatte. Seit 1962 wird diese Ausbildung als zweijähriger Lehrgang in der Obst- und Weinbauschule der Laimburg fortgeführt. Im Jahre 1980 wurde zusätzlich die landwirtschaftliche Oberschule in Auer gegründet.

Wussten Sie, ...

... dass Südtirol durch den Übergang vom mediterranen zum mitteleuropäisch-kontinentalen Klima ideale Voraussetzungen für den Obstanbau hat wie kaum ein anderes Land in Europa?
... dass Südtirol mit einer Anbaufläche von circa 18.000 Hektar das größte geschlossene Obstanbaugebiet Europas ist?
... dass der Obstanbau die Existenzgrundlage für rund 8.000 Südtiroler Familien ist?
... dass Südtirol 30 Prozent der italienischen und 11 Prozent der europäischen Apfelernte stellt?
... dass in Südtirol jährlich im Schnitt an die 900.000 Tonnen Äpfel produziert werden?
... dass rund die Hälfte der Apfelernte exportiert wird und etwa 70 Prozent davon nach Deutschland gehen?


Apfelstrudel zum Nachkochen

Im nachfolgenden Rezept verraten wir Ihnen einen besonderen Apfelleckerbissen zum Nachkochen: der traditionelle Südtiroler Apfelstrudel. Der Apfel steht – wie auch in den vorherigen Berichten – im Mittelpunkt und soll Ihren Gaumen auch zu Hause verfeinern.

Zutaten für den Teig:
250 g Mehl
1 Ei
2 EL Öl
1/16 l Wasser
eine Prise Salz

Für die Füllung:
1 kg Äpfel (z.B. Gravensteiner oder Golden Delicious)
150 g Semmelbrösel
150 g Butter
90 g Zucker
50 g Rosinen
50 g Pinienkerne
100 g zerlassene Butter zum Bestreichen des Teiges
Zimt, Zitronenschale

Zubereitung:
Das Mehl auf die Arbeitsfläche sieben und mit Ei, Salz und Öl mit einer Hand verrühren. Mit der anderen Hand nach und nach Wasser nach Bedarf zugießen, bis der Teig die richtige Konsistenz hat. Nun mit beiden Händen kräftig durchkneten, bis der Teig glatt und geschmeidig ist. Zu einer Kugel formen und mit Öl bestreichen. Eine halbe Stunde rasten lassen. In der Zwischenzeit die Äpfel schälen, entkernen und feinblättrig schneiden. Die Semmelbrösel in Butter hellbraun rösten.

Auf einem bemehlten Tuch den Teig mit dem Nudelholz austreiben, mit beiden Handrücken darunter fassen und von der Mitte her weiter ausziehen, bis er papierdünn ist. Mit einem Teil der zerlassenen, lauwarmen Butter bestreichen. 2/3 des Teiges mit den Semmelbröseln bestreuen, darauf die Äpfel verteilen, Zucker, Zimt Zitronenschale, Rosinen und Pinienkerne darüber streuen. Nun wird der Strudel von der Seite mit der Füllung durch Anheben des Tuches eng aufgerollt. Auf ein gefettetes Blech legen, mit der restlichen zerlassenen Butter bestreichen und circa eine halbe Stunde bei 220 Grad (180 Grad im Heißluft-Backrohr) backen. Mit Staubzucker bestreuen und noch lauwarm servieren.
Dazu schmeckt halbgeschlagener Rahm sehr gut.



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 Nächte
Verpflegung: Unterkunftstyp:

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